Die Rhön ist bereits ein von der UNESCO anerkanntes Biosphärenreservat. Zusammen mit Hessen und Thüringen ist die Rhön 184.939 ha groß. Die Bayerische Rhön ist 72.802 ha mit einer Kernzone von 3.485 ha. Die Kernzone ist nicht zusammenhängend sondern in viele Kleinflächen verteilt. Des Weiteren dominieren nicht natürliche Fichtenwälder. Auch findet auf großer Fläche eine Beweidung statt bzw. werden zum Teil auch durch Schafe und Mahd offen gehalten. Eine 10.000 ha große zusammenhängende naturnahe Waldfläche in öffentlichem Besitz zu finden wird eine Herausforderung.  


Wie viel ist im Biosphärenreservat Rhön bereits geschützt? 

Das von der UNESCO anerkannte Biosphärenreservat Rhön mit 184.939 ha liegt im Dreiländereck Thüringen, Hessen und Bayern. Der bayerische Teil des Biosphärenreservates (BSR) ist 72.802 ha groß. In ihm liegt der Truppenübungsplatz Wildflecken, das FFH-Gebiet Bayerische "Hohe Rhön" mit 19.260 ha und teilweise auf der gleichen Fläche liegen 8 Naturschutzgebiete mit 7.347 ha:

  • NSG Lange Rhön mit 3.292 ha,
  • NSG Gangolfsberg mit 179 ha,
  • NSG Mühlwiesen im Elsbachtal mit 69 ha 
  • NSG Dünsberg mit 75 ha
  • NSG Steinberg und Wein-Berg mit 302 ha
  • NSG Feuchtbereiche am Steizbrunn-Graben mit 99 ha
  • NSG Sinnquellgebiet und Arnsbergsüdhang mit 161 ha
  • NSG Schwarze Berge mit 3.170 ha

und 4 Naturwaldreservate:

  • NWR Eisgraben mit 28,7 ha,
  • NWR Schlossberg mit 27,1,
  • NWR Weyhershauk mit 27,2 und
  • NWR Buchwald 4,1 ha
  • NWR Elsbach mit 55 ha 

Während in den meisten Naturschutzgebieten Wegegebot vorgeschrieben war. Waren bislang waren nur die Naturwaldreservate von der Forstwirtschaft und Landwirtschaft ausgenommen. Auch in den Naturschutzgebieten durfte ordnungsgemäße Land- und Forstwirtschaft durchgeführt werden. Da zur Anerkennung der Biosphärenreservate mindestens 3 % Kernzone erforderlich ist, wurden Teile der Naturschutzgebiete, Naturwaldreservate und sonstige wertvolle Fläche als Kernzone mit 3.485 ha ausgewiesen. Diese Kernzone liegt allerdings sehr zerstreut in der Fläche und ist nicht zusammenhängend.

Diese Kernzonen wurden mit 2.600 ha von der BaySF (Forstbetriebe Bad Kissingen mit 1.640 ha, Bad Königshofen mit 499 ha und Hammelburg mit 458 ha) eingebracht:

  • 1.322 ha (50,8%) werden sofort unter Prozessschutz gestellt,
  • 825 ha (31,7%) wird noch Waldumbau bis 2024 gemacht (Fichtennutzung).
  • auf 387 ha (14,9)wird der Umbau noch länger als 2024 genehmigt.

Somit kann man sagen das derzeit im Biosphärenreservat gerade mal 2.200 ha wirklich aus der forstlichen Nutzung genommen wurden – und diese Kernzone extrem versplitterte Kleinflächen sind. Mit einer zusammenhängenden Nationalparkkernzone hat dieses nichts zu tun.


Warum die Rhön so besonders ist

In der Rhön werden viele Arten des Offenlandes erhalten. Die Bedrohung solcher Arten ist in unserer industriellen Landwirtschaft sehr hoch. Im Biosphärenreservat werden besonders solche Arten gezielt durch Beweidung mit Schafen gefördert. Mit kleinräumigen Heckenlandschaften, wertvollen Berg-Mähwiesen, Borstgrasrasen und Trockenrasen werden viele bedrohte Arten geschützt. Allerdings wird nur auf 13,4 % (455 ha) der landwirtschaftlichen Fläche der bayerischen Rhön (27.001 ha) nach anerkannt ökologischen Kriterien gewirtschaftet (UNESCO-Evaluierungsbericht für 2010).

 

Allerdings wenn man die Ziele eines Nationalparks verfolgt würden über kurz oder lang die Flächen – ausserhalb vielleicht von Mooren mit Bäumen zuwachsen. Dies hätte dann Auswirkungen für den Artenschutz der Offenland-Arten.