Suchraum Donauauen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen
Es gibt im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen den Vorschlag die wertvollen Donauauen auszuweisen. In den Auen an der Donau und Isar mit ihren Hangwäldern gibt es große Hartholz-Auwälder an Donau im Bereich Neuburg. 11 Urwaldreliktarten kommen an der Donau vor.  Auen und Flüsse brauchen zur Entwicklung der vollen aue-typischen Sturktur- und Artenvielfalt die Dynamik des Flusses. Wie kein anderer Lebensraum sind Flüsse und Auen dynamische Ökosysteme von extrem Standortvielfalt. Von Nass bis trocken und Pioniervegetation bis zu reifen Auwäldern. Ihre Begradigungen hat zu einer erheblichen Einschränkung der natürlichen Dynamik und infolge dessen zu einem massiven Rückgang typischer Arten und Lebensräumen geführt. Ohne die Flussdynamik gleichen sich die vielfältigen, immer neu geschaffenen und umgestalteten Flächen an und unterliegen der ungestörten Sukzession zum Landwald.

Aufgrund aktueller Beeinträchtigungen durch Staustufen wäre eine Aufteilung auf mehrere Teilgebiete notwendig.

Allerdings sind hier die Donauauen recht schmal und kleinteilig für einen Nationalpark. Auch die Fläche reicht hier nicht – So müsste vermutlich Privatwald getauscht werden um die 10.000 ha zu erreichen. Hier würden sich andere Schutzgebietsformen besser eigenen.

Welche Gebiete sind bereits unter Schutzkategorien? 

  • FFH-Gebiet Dona mit Jura-Hängen zwischen Leitheim und Neuburg 3.282 ha und der östliche Teil: Donauauen mit Gerolfinger Eichenwald, 2.926 ha.


Naturschutzgebiete:

  • Vogelfreistätte Feldheimer Stausee 99,68 ha
  • Donaualtwasser Schnödhof 82,4 ha
  • Donaualtwasser bei Leitheim 57,96 ha
  • Kreut 180,26 ha
  • Finkenstein 7 ha

 

Suchraum Kehlheim
Großflächige naturnahe Buchen-Fichten-Mischwälder sind ein Markenzeichen des Kehlheimer Staatswaldes. Weißtanne, Jura-Kiefer, Elsbeere, Ahorn, Esche und viele andere bereichern die Buchen-Fichten-Bestände im Kelheimer Jura. 17.900 ha Wald betreut der BaySF-Forstbetrieb Kehlheim. Ein Großteil der Staatswaldungen (11.650 ha) erstreckt sich zusammenhängend nordwestlich der Stadt Kehlheim wischen Riedenburg und Painten. Hienheimer Forst, Frauen- und Paintner Forst. Der Paintner Forst hat aber auch große Anteile an Fichtenwäldern. Der Stadtwald Kehlheim hat 257 ha nördlich dem Frauenforst/Paintnerforst. Dazu gehören auch noch in Richtung Weltenburg der Spitalstiftungswald mit 27 ha und 50 ha Gemeindewaldungen, die in den Besitz der Stadt Kehlheim übergingen.

In dem Hienheimer Forst und Weltenburger Enge kommen großflächige Laubwaldgebiete vor.

http://www.mittelbayerische.de/region/kelheim/gemeinden/kelheim/staatswald-als-neuer-nationalpark-22796-art1483854.html

Bestehende Schutzgebiete:
Naturschutzgebiete (947 ha im Forstbetrieb, gleichzeitig auf FFH):

  • Weltenburger Enge mit 559,25 ha. Bereits 1840 hatte König Ludwig I. von Bayern den Schutz der Weltenburger Enge angeordnet. Im Jahre 1938 wurde das Gebiet als eines der ersten Naturschutzgebiete in Bayern ausgewiesen. Als Schutzgebiet von europäischem Interesse wurde der Weltenburger Enge als bisher einziges Naturschutzgebiet in Bayern bereits 1978 das „Europadiplom“ verliehen. (Kahlschläge untersagt)
  • Hirschberg und Altmühlleiten 374,98 ha (viele Ausnahmen zur forstlichen Nutzung möglich)
  • Schulerloch 12,6 ha
  • Ludwigshain 2,16 ha (keine forstliche Nutzung)
  • Klamm und Kastlhäng 250 ha (nur im NWR keine forstliche Nutzung)
  • Schloss Prunn 77 ha (Kahlschläge untersagt)

Naturwaldreservate (221 ha im Forstbetrieb, gleichzeitig auch NSG):

  • NWR Platte 33,9 ha und
  • NWR Donauhänge mit 39,7 ha im Hienheimer Forst und
  • NWR, Knittelschlag 18,4 ha, im Frauenforst
  • NWR Klamm 19,9 ha (Riedenburg)
  • NWR Bruckschlägelleite 42 ha
  • NWR Hammerleite 29 ha
  • Große Flächen sind im Naturpark Altmühl mit 296.617 ha

FFH-Gebiete (im Forstbetrieb 3.997 ha):

  • Donauauen zwischen Ingolstadt und Weltenburg 2.766 ha
  • Frauenforst östlich Ihrlerstein und westlich Dürnstetten 334,53 ha
  • Hienheimer Forst östlich und westlich Schwaben 1188,99 ha
  • Weltenburger Enge, Hirschberg und Altmühlleiten 934 ha

Aber insgesamt auf 10.000 ha zu kommen wird schwierig, insbesondere wenn nur öffentliche Wälder dafür zur Verfügung stehen. Auch weil hier viele Fichtenbestände (44 % im Forstbetrieb) vorhanden sind. Alte naturnahe Waldbestände sind gerade mal auf 1,5 % der Fläche zu finden, ältere (>140 Jahre) naturnahe Waldbestände auf 3,1 % der Forstbetriebsfläche.

Siehe Naturschutzkonzept des Forstbetriebes: http://www.baysf.de/fileadmin/user_upload/01-ueber_uns/05-standorte/FB_Kelheim/15_05_20_Endfassung_NSK_FB_Kelheim_.pdf

 

Europarc Deutschland bewertet eine Umsetzung eines Nationalparks in den Auwäldern bzw. dem Weltenburgerbereich kritisch, da nicht die notwendige Mindestgröße von 10.000 ha in einer annähernd kompakten Flächenform zusammenkommt. (Sinner bei Landtagsanhörung 16.2.2017)